Grundschulforschungstagung 2008
Einladung


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Namen der Vorsitzenden der Kommission, Frau Professorin Dr. Friederike Heinzel (Universität Kassel), laden wir herzlich ein zur 17. Jahrestagung der Kommission „Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe“ der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE, Sektion Schulpädagogik) zum Thema


Europäisierung der Bildung
Konsequenzen und Herausforderungen für die Grundschulpädagogik
24.-26.09.2008
Bergische Universität Wuppertal


Mit den Schulleistungsstudien PISA und PIRLS befinden wir uns in einer Phase der Internationalisierung der Bildungsdiskussion, die nachhaltige Konsequenzen für die Steuerung des Bildungssystems und die innere Entwicklung von Schule und Unterricht hat.

Mit der Einführung von Bildungsstandards und zentralisierten Leistungstests soll die schulische Bildung im Sinne der Gleichheit der Bildungschancen für alle abgesichert werden, gleichzeitig führen Bildungsstandards und Vergleichsarbeiten als Instrumente der externen Systemsteuerung zu einer Homogenisierung der Arbeit in den Grundschulen, welche die Heterogenität individueller Lernausgangslagen und kindlicher Entwicklungsmöglichkeiten nicht berücksichtigen kann.

Wie sich die europäischen Länder auf die Anforderungen der Wissensgesellschaft einstellen und den gesellschaftlichen Auftrag der Integration und der Partizipation durch Bildung im Primarbereich einlösen, ist eine zentrale bildungspolitische Frage, die in der Tagung aufgegriffen und diskutiert werden soll. Es wird zu untersuchen sein, welche Auswirkungen die Prozesse der Dezentralisierung der Schule bei gleichzeitiger und umfassender Standardisierung und externer Überprüfung ihrer Leistungsanforderungen haben.

Die Frage nach der Europäisierung der Bildung umfasst in curricularer Perspektive auch die Erziehung zur Mehrsprachigkeit. Die Förderung der Mehrsprachigkeit und Beherrschung von drei Sprachen im Europa der Zukunft stellen das sprachenpolitische Ziel der Europäischen Union dar, das auch die nationale Bildungspolitik aufgreifen und in das schulische Bildungsangebot aufnehmen muss.

Eine europäische Perspektive in der Grundschulpädagogik zu etablieren, die Mehrsprachigkeit fördert und ein frühes Sprache(n)lernen umfasst – auch ohne das Zurückdrängen des muttersprachlichen Unterrichts für Kinder aus Migrationsfamilien –, ist eine zentrale disziplinäre Aufgabe, die in der Tagung aufgegriffen und in international vergleichender Perspektive diskutiert werden soll. Die Europäisierung der Bildung ist als ein Projekt einer europaweiten multikulturellen Integration zu verstehen, die bereits im Elementarbereich beginnt und im Primarbereich zu einer Kultivierung des sprachlichen und interkulturellen Lernens führen soll.

Eine stärkere internationale Ausrichtung der Grundschulforschung ist angesichts der Internationalisierung der Bildung eine Forderung, der sich die Grundschulpädagogik als wissenschaftliche Forschungstradition auf dieser Tagung stellt. Ziel der Tagung ist es daher auch, Impulse für die Weiterentwicklung der Grundschulforschung zu stiften, die internationale Forschungsentwicklungen im Primarbereich aufgreift und in internationale Forschungskontexte und Forschungsverbünde einbringt.


Mit freundlichen Grüßen


Prof. Dr. Charlotte Röhner und MitarbeiterInnen


"Pädagogik der frühen Kindheit und der Primarstufe"
Fachbereich G - Bildungs- und Sozialwissenschaften
Bergische Universität Wuppertal

 

Kurzmeldung

Bergische Blätter - Bekannte und Berühmte:
Hier finden Sie ein Essay aus den Bergischen Blättern 7 (15-16.2008): PDF

Aktuelle Nachrichten

DGfE - Kommission Grundschulforschung
Ende der Online-Registrierung
DGfE - Stellenmarkt